10 GB Roaming-Daten kosten bis zu 225'000 Fr

Wer mit einem Schweizer Mobilfunkanbieter in Europa surft und telefoniert, bezahlt teilweise unverschämt viel. Das zeigt die Analyse eines Experten.

Trotz jüngster Tarifsenkungen der Schweizer Mobilfunkanbieter: Wer mit einem hiesigen Anbieter in europäischen Reiseländern mit dem Handy telefoniert und surft, erhält nach den Ferien unter Umständen eine happige Rechnung.

«Die Roaming-Standardtarife der Schweizer Telecomanbieter sind oft immer noch unverschämt teuer. Kunden, die einfach drauflos surfen, bezahlen die hohen Standardtarife», warnt der Telecomexperte Ralf Beyeler von Moneyland.ch.

Standardtarife sind teuer

Wer also in den Ferien fleissig Fotos auf Instagram stellt, Videos per Whatsapp verschickt und Google Maps und Uber nutzt, der sollte vorab Tarife vergleichen. Der Experte hat mithilfe des eigenen Roaming-Rechners die Tarife für Europa analysiert.

Für den Vergleich hat Moneyland.ch folgendes Kundenprofil erstellt: Der Kunde weilt 14 Tage in Spanien, nutzt während seiner Ferienzeit 1000 MB Daten-Roaming und führt 60 Telefonate mit einer Gesprächsdauer von je 2 Minuten (nicht berücksichtigt worden sind Angebote mit Inklusiv-Roaming).

Kosten tief halten

Das Ergebnis: Mit einem Abo von Yallo und Lebara zahlen Kunden mit je 40 Franken am wenigsten. Am teuersten wäre das Roaming mit ok.– mit 22'605.50 Franken. Für 10 GB Daten wären mit diesem Anbieter sogar 225'000 Franken fällig. Immerhin: «In der Praxis würden die Anbieter die Verbindung frühzeitig sperren, sodass keine so hohen Gebühren anfallen können», erklärt Beyeler in der Mitteilung.

Sein Tipp: Mit den Abo-Optionen für Internet und Telefon können Kunden bis zu 90 Prozent oder noch mehr sparen. Je nach Anbieter sind die Roaming-Kosten aber auch mit Optionen immer noch happig.

Auch «Sorglos-Pakete» sollte man genau prüfen, mahnt Beyeler. Hier sollte man genau das Kleingedruckte lesen. Bei Swisscom und Sunrise bedeutet «unlimitiertes Roaming» zum Beispiel, dass bei 40 GB pro Kalendermonat Schluss ist mit schnellem Daten-Roaming. Ausserdem seien längst nicht alle europäischen Länder inklusive. So würden die «Sorglos-Pakete» verschiedene Länder des Balkans in der Regel gar nicht abdecken, sagt Beyeler.

Pakete ohne Ablaufdatum!

Schweizer Konsumenten müssen aufpassen, dass sie nicht in unangenehme Kostenfallen tappen. Denn Datenpakete sind oft nur eine begrenzte Zeit gültig. In der Regel sind dies 30 Tage nach der Aktivierung. «Die Telecomanbieter sollten endlich Roaming-Pakete ohne Verfallsdatum einführen», fordert Beyeler.

Bis jetzt bietet einzig Coop Mobile entsprechende Pakete, die nicht verfallen. Immerhin gibt es eine Marktentwicklung, die Beyeler als positiv bezeichnet. Die beiden kleinen Anbieter Mucho Mobile und Qynamic haben die Gültigkeitsdauer ihrer Roamingpakete verlängert. Bei Qynamic beträgt die Gültigkeit neu 90 Tage, bei Mucho Mobile mit 180 Tagen fast ein halbes Jahr. «Wann ziehen Swisscom, Sunrise und Salt endlich nach?», fragt Beyeler.

Quelle: www.20min.ch

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