Wer in den Ferien mit einem Schweizer Mobilfunkanbieter surft, sollte vorher die Preise prüfen. 1 GB Daten kann schnell mehrere zehntausend Franken kosten.

Schnell mit Google Maps den Weg suchen, per Whatsapp Fotos vom Strand verschicken, zurück ins Hotel mit Uber fahren und später ein Restaurant auf Tripadvisor suchen. Das Handy gehört für viele auch in den Ferien zum Alltag. Doch gerade fernab der Heimat sollte man vorsichtig sein. Denn das Daten-Roaming mit einem Schweizer Abo kann «unverschämt teuer» sein, wie eine Analyse von Moneyland.ch Anfang Juni ergab. Damals hat der Vergleichsdienst das Roaming in Westeuropa verglichen. Nun stehen 183 Länder weltweit auf dem Prüfstand.

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Für die Studie wurde berechnet, was 1 GB Daten-Roaming in allen 183 Ländern kostet. Für jeden Anbieter hat der Telecom-Experte Ralf Beyeler das günstigste Angebot für 1 GB Daten-Roaming berechnet. Dabei sind Daten-Roaming-Pakete und Standardtarife berücksichtigt worden, nicht jedoch Abos, die Inklusiv-Roaming beinhalten.

Vorsicht Kostenfalle

Der grösste Fehler in den Ferien? «Einfach mal drauflos surfen», erklärt Beyeler in der Mitteilung. Vorher sollte man in jedem Fall ein Daten-Roaming-Paket kaufen. Macht man das nicht, so könne das Handy schon nach wenigen Minuten Internetzugang wegen Erreichen des Höchstbetrags blockiert werden. «Für die paar Minuten bezahlt man schnell einen Betrag von über 100 Franken», so Beyeler.

Die günstigsten Länder

Das Roaming in Kanada und USA war im Vergleich besonders günstig. Für 1 GB Daten werden dort mit dem Anbieter TalkTalk 10 Franken fällig. 14, 90 Franken kosten 1 GB auf Grönland und Puerto Rico für Kunden von Sunrise. Qynamic bietet 1 GB Daten für 15 Franken in 25 Ländern an, darunter Australien, Russland oder Thailand.

Die teuersten Länder

199,95 Franken müssen Prepaid-Kunden von Salt berappen, wenn sie in Ländern wie Kuba, den Malediven oder Namibia 1 GB Daten nutzen. In diesen Ferienländern sei dies aber noch ein günstiges Angebot, so Beyeler. Mit Abstand am teuersten ist 1 GB Roaming mit Ok.- mobile. Kunden müssten hier 45'000 Franken bezahlen. Es sei jedoch ein theoretischer Preis, da es sich um ein Prepaid-Angebot handelt und das Roaming vorher gesperrt würde. Der Tarif gelte übrigens bei Ok.- mobile in fast allen untersuchten Ländern, so Beyeler.

1 GB für unter 100 Franken

In 85 der 183 untersuchten Ländern bietet Swisscom 1 GB Daten-Roaming zum günstigsten Preis an. In 51 Ländern ist Qynamic am günstigen und in 33 Ländern Salt. Der teuerste Anbieter in allen untersuchten 183 Ländern ist ok.- mobile. Die Swisscom bietet ihren Kunden in 147 Ländern weltweit 1 GB Daten für unter 100 Franken an. Gefolgt von den Anbietern M-Budget und Wingo mit 145 Ländern. Der zweitgrösste Anbieter Sunrise bietet Kunden in 49 Ländern Daten-Roaming für unter 100 Franken an. UPC ist mit 6 Ländern und Lebara, Salt (Prepaid), TalkTalk und Yallo sind mit je 5 Ländern das Schlusslicht.

Marktführer Swisscom ist der Anbieter, der beim Daten-Roaming in den meisten Ländern am günstigsten ist. Doch: 1 GB Daten-Roaming bei Swisscom ist in 11 Ländern, darunter Kuba und Namibia, mit «sage und schreibe 9900 Franken unbezahlbar teuer», so Beyeler. Laut Swisscom könne dieser Wert aber nie zustande kommen. Für private Kunden gebe es eine monatliche Limite von maximal 200 Franken. Und: Bucht der Kunde kein Datenpaket, entstehen keine Kosten. Denn bei allen nach 2012 eingeführten Abos verzichtet Swisscom auf einen Daten-Standardtarif.

Lokale SIM

In jedem Fall lohnt es sich Roaming-Kosten zu prüfen. Möglich ist dies zum Beispiel mit dem Roaming-Rechner von Moneyland. Unter Umständen mache es auch Sinn, im Ausland eine lokale SIM zu kaufen. «Diese kostet – je nach Ort – im Schnitt zwischen 10 und 20 Franken und beinhaltet meist mehrere Gigabyte Daten», sagt Beyeler. Für Kunden mit günstigem Roaming sei da der Aufwand aber meist zu gross. Für Vielnutzer ist eine lokale SIM aber interessant. Und: Wenn 1 GB 15'000 Franken kosten, bleibe nichts anderes übrig, so Beyeler. Als Alternative könnte man in den Ferien aber auch einfach auf das Handy verzichten.

Quelle: www.20min.ch